Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung

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Beiträge zur Arbeitsmarkt- und Berufsforschung 270

Abbildung zum Artikel: Beiträge zur Arbeitsmarkt- und Berufsforschung 270
Arbeitsmarktpolitik und Arbeitsverwaltung in Deutschland 1871-2002 - zwischen Vorsorge, Hoheit und Markt
(Schmuhl, Hans-Walter)
Erscheinungsjahr: 2003
Umfang 776 Seiten
ISBN: 978-3-7639-3958-9
ISSN: 0173-6574
Preis: 13,90 €
(Preis inklusive gesetzlicher Mehrwertsteuer zuzüglich 2,50 € Versandkosten)
Artikelnummer: 300289
Der Artikel ist lieferbar.

Abstract

Die moderne Marktwirtschaft und -gesellschaft hat ein dynamisches, auf unbegrenztes Wachstum setzendes, aber immer prekäres, zeitweise krisenhaft gestörtes sozioökonomisches System geschaffen. Den neu entstehenden Arbeitsmärkten kam die Funktion zu, zwischen der Bevölkerungsentwicklung, dem bestehenden Arbeitsangebot und der den heftigen saisonalen und konjunkturellen Ausschlägen folgenden Nachfrage der Wirtschaft nach Arbeitskräften zu vermitteln. Wobei es zugleich denfortschreitenden wirtschaftlichen Strukturwandel im Zuge technischer Innovation, Rationalisierung und Globalisierung aufzufangen galt. Dabei kam es immer wieder zu temporären, aber gravierenden Störungen der Arbeitsmärkte. Hier musste der im Entstehen begriffene Sozialstaat intervenieren, wenn das von ihm geknüpfte Netz sozialer Sicherung und Risikominimierung nicht zerreißen sollte. Die Regulierung der Arbeitsmärkte durch kommunal oder staatlich organisierte Arbeitsvermittlung stellt daher ein konstitutives Element moderner Sozialpolitik dar, sie trieb die Entwicklung hin zum voll entfalteten Sozialstaat machtvoll voran. Arbeitsmarktpolitik bewegt sich aber stets im Spannungsfeld von Sozial- und Wirtschaftspolitik, denn auch die Wirtschaftspolitik kommt in einer voll entfalteten Marktwirtschaft und -gesellschaft ohne eine Regulierung der Arbeitsmärkte nicht aus.
Der Band zeichnet die Geschichte der öffentlichen Arbeitsverwaltung inDeutschland von den ersten kommunalen Arbeitsnachweisen im Kaiserreich bis hin zur Krise und Reform der Bundesanstalt für Arbeit in der Gegenwart nach, wobei alle Felder der Arbeitsmarktpolitik berücksichtigt werden. Die Verwicklung der Arbeitsverwaltung in die Massenverbrechen des NS-Staates steht im Mittelpunkt des Kapitels über das "Dritte Reich". In einem Exkurs wird die Arbeitsverwaltung in der DDR behandelt, um die Entwicklung in der Bundesrepublik Deutschland in einen innerdeutschen Vergleich einzubetten. Die Darstellung der Geschichte der Bundesanstalt für Arbeit folgt dem Spannungsbogen von der passiven zur aktiven Arbeitsmarktpolitik und deren Fortentwicklung zur aktivierenden Arbeitsmarktpolitik in der Gegenwart. Bei der Behandlung der jüngsten Vergangenheit werden die Schwerpunkte auf den Aufbau der Arbeitsverwaltung in den neuen Bundesländern, die Europäisierung des Arbeitsmarktes, die Durchbrechung des Vermittlungsmonopolsder Bundesanstalt sowie neue Strategien zur Sicherung der Zukunft der Arbeit gelegt.
 

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