Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung

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Beiträge zur Arbeitsmarkt- und Berufsforschung 266

Abbildung zum Artikel: Beiträge zur Arbeitsmarkt- und Berufsforschung 266
Ausreichende Bildungsinvestitionen in Deutschland?: Bildungsinvestitionen und Bildungsvermögen in Deutschland 1992-1999
(Ewerhart, Georg)
Erscheinungsjahr: 2003
Umfang 65 Seiten
ISBN: 978-3-7639-3954-1
ISSN: 0173-6574
Preis: 13,90 €
(Preis inklusive gesetzlicher Mehrwertsteuer zuzüglich 2,50 € Versandkosten)
Artikelnummer: 300285
Der Artikel ist lieferbar.

Abstract

Im Gegensatz zum allgemeinen Sprachgebrauch, insbesondere aber auch im Gegensatz zu den allgemein akzeptierten Erkenntnissen der Bildungsforschung und der ökonomischen Theorie werden die Bildungsanstrengungen eines Landes in den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen nicht als Investition, sondern als Konsum behandelt. In diesem Beitrag wird die entgegengesetzte Perspektive eingenommen und in der Tradition des Humankapitalansatzes analysiert, welche "Bilanz" sich für Deutschland ergibt, wenn man in einem gesamtrechnerischen Rahmen Bildung explizit als Investition behandelt. Unter "Bildungsvermögen" wird dabei die vorhandene Bildung verstanden, gemessen anhand der formellen Qualifikation der Bevölkerung, den allgemeinen und beruflichen Bildungsabschlüssen. Analog zur Vorgehensweise beim "Sachkapital" in den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (Bauten, Maschinen, Fahrzeuge, .. .) wird eine vollständige Vermögensrechnung angewendet, in deren Rahmen neben den Bildungsinvestitionen und dem Bestand an Bildungsvermögen auch entsprechende Abschreibungen auf Bildungsvermögen geschätzt werden. Letztere können als buchhalterisches Äquivalent für den produktiven Beitrag interpretiert werden, den die vorhandene Bildung in der jeweils betrachteten Periode leistet. Die Bewertung des Bildungsvermögens und auch der Abschreibungen wird auf Grundlage der Wiederbeschaffungskosten der einzelnen Bildungsabschlüsse vorgenommen. Als Datengrundlage für die Berechnungen werden u. a. Ergebnisse der Bildungsgesamtrechnung des IAB, des Mikrozensus, der Bildungsstatistik, der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen und der Zeitbudgeterhebung des Statistischen Bundesamtes verwendet. Als wesentliches Ergebnis dieser Analyse kann man festhalten, dass für das Bildungsvermögen (in konstanten Preisen) in Deutschland von Anfang 1992 bis Anfang 1999 - besonders auch im Vergleich zum Sachvermögen - nur ein leichter Anstieg zu verzeichnen ist. Bei näherer Analyse zeigt sich, dass die Nettobildungsinvestitionen, definiert als Bruttoinvestitionen abzüglich Abschreibungen, nur etwa 12 Prozent der Bruttoinvestitionen betragen. Es können somit nur diese 12 Prozent des gesamtwirtschaftlichen Bildungsbudgets zur Erhöhung des Humankapitalbestands verwendet werden. Die übrigen 88 Prozent werden als Reinvestitionen zur Deckung des in der Periode "verbrauchten" Bildungsvermögens, der Abschreibungen auf Bildungsvermögen, benötigt. Aus dem Blickwinkel einer Steigerung der volkswirtschaftlichen Leistungsfähigkeit wären kräftig positive Nettoinvestitionen erwünscht. (IAB2)

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